Johannes Kanig - Personal Website

Presseschau

Created on 2012-01-18 20:36:13
Last Modified: 2012-01-18 21:18:50
Es gibt endlich mal wieder eine Presseschau, heute nur mit französischen Artikeln über Deutschland.

Libération hat einen alten Artikel vom 21. Januar 1983 ausgekramt, der die Sicht der jungen Franzosen auf Deutschland beschreibt. Erstaunlich präsent ist hier noch der Krieg, der Schatten von Nazi-Deutschland. "À part la guerre, l'Allemagne doit être un charmant pays" (Abgesehen vom Krieg ist Deutschland bestimmt ein schönes Land).

Le Monde erklärt, dass der 24. Januar 2012 der 300. Geburtstag von Friedrich dem Großen ist. Dies ist Anlaß genug für einen Abriß seines Lebens, und der Beschreibung seiner Ambivalenz: man kann ihn sowohl als rebellischen Sohn, als Philosophen, aber auch als zynischen Eroberer. Potsdam wird auf jeden Fall feiern.

Ein bisschen älter, aber sehr interessant, sind drei Artikel über, wie kann es anders sein, Wirtschaftsthemen. Der erste ist in Libération erschienen, und beschreibt die Geschichte des Euros in den letzten zehn Jahren, vor allem als eine Erfolgsgeschichte, wenn man von der jetzigen Staatsschuldenkrise absieht: Euro: dix ans et toutes ses crises. Der zweite Artikel, erschienen in Le Monde, ist relativ kurz, zeigt aber auf, daß Deutschland, trotzdem es Nettozahler in der europäischen Union ist, vom Euro deutlich profitiert hat: La croissance allemande a bénéficié de la monnaie unique". Der dritte Artikel schließĺich erklärt, was man in Frankreich oft nicht weiß, nämlich dass die heutige deutsche Wirtschaftskraft auch auf einer Erhöhung der Präkarität gebaut ist, sowie auf dem Ausbau des Exports. Die Zusammenfassung des Artikels finde ich gut formuliert: "Vouloir s'inspirer de l'Allemagne peut être utile, mais vouloir l'imiter serait irréaliste. Reste donc aux autres pays européens, notamment la France, à résoudre une équation encore plus complexe : comment être compétitif sans être allemand ?" (Sich von Deutschland inspirieren zu lassen, kann nützlich sein, aber versuchen, es zu imitieren, wäre unrealistisch. Es bleibt den anderen Ländern Europas, insbesondere Frankreich, eine noch schwierigere Gleichung zu lösen: wie ist man wettbewerbsfähig, ohne deutsch zu sein?). Hier ist der Artikel zu lesen: L'Allemagne : vraie réussite et faux modèle

Testing vs Proving

Created on 2012-01-03 20:17:10
Last Modified: 2012-01-03 20:21:15

I stumbled upon this old paper by Tanenbaum:

"In Defense of Program Testing or Correctness Proofs Considered Harmful" Andrew S. Tanenbaum, ACM SIGPLAN Notices, Volume 11 Issue 5, May 1976

While it contains many valid points against correctness proofs as the only means of verification, it is funny to see how much it reads as an advertisement of Hi-Lite. My favorite quotes:

It should be clear today that testing and proving are not opponents, but simply different and complementary strategies to "make a case", i.e. to convince oneself of the correctness of a program unit.

Sphinx für das Ada Tutorial

Created on 2011-12-16 12:22:24
Last Modified: 2011-12-26 06:53:22

Den Anfang meines Ada Tutorials gibt es jetzt in Sphinx Format!

Ein Ada Tutorial

Created on 2011-12-13 22:32:59
Last Modified: 2011-12-26 06:53:04

Der (zarte) Anfang eines Tutorials für Ada (inklusive Ada 2012) ist online :)

Der Blick zum Nachbarn

Created on 2011-11-26 12:10:10
Last Modified: 2012-01-18 21:20:41

Die Atomenergie ist immer noch im Blickpunkt, und Deutschland und Frankreich liegen hier extrem weit auseinander. Deutschland hat vor kurzem den Ausstieg beschlossen, wogegen Frankreich das Land mit dem weltweit höchsten Anteil an Atomstrom ist. Für die Zeit ist es klar, wer in die richtige Richtung geht: "Frankreich scheint in der Frage der Atomenergie zwei Jahrzehnte hinter Deutschland zu liegen".

Hier werden die Franzosen zu "Atomjunkies" (besser wäre "Stromjunkies" gewesen) abgestempelt, die der billige Atomstrom verwöhnt hat, und die daher einen zu hohen Stromverbrauch haben. Trotz der Überschrift ("Die Atomjunkies beginnen zu zweifeln") sind für den Autoren die Franzosen eigentlich alle einig, Politiker, Presse und Bevölkerung sind "heute noch mehrheitlich pro Atom eingestellt".

Dass dem nicht so ist, beweist Le Monde mit einem Artikel, der zwei Studien zitiert, die zeigen, dass eine Absenkung des Atomanteils von derzeit 79% auf etwa 50% nicht (viel) mehr kosten würde als die Beibehaltung des derzeitigen Anteils. Grund ist vor allem, dass die Kraftwerke erneuert oder renoviert werden müssten. Interessant ist auch, dass zwei Punkte in diesem Vergleich keine Rolle spielen, nämlich die Entsorgung des Atommülls und der Abbau der Kraftwerke. Beide müssen sowieso erfolgen, Ausstieg oder nicht, und spielen daher für den Vergleich der Kosten der beiden Szenarien keine Rolle. Die erste Studie kommt auf Kosten von etwa 320 Milliarden im Fall des Status quo, und 380 Milliarden im Falle der Senkung auf 50% Atomstrom. Die zweite Studio sieht etwa 500 Milliarden in beiden Fällen vor.

Die Krise der Eurozone ist das vorherrschende Thema, auch zwischen Deutschland und Frankreich. Die FAZ beschreibt, wie französische Politiker sich über eine deutsche Vormachtstellung beschweren. Zentraler Punkt ist dabei natürlich die Weigerung Deutschlands, den Gelddruck der EZB anzuwerfen. Französische Politiker wollen dies unbedingt, um den Euro gegen Spekulationen zu beschützen, während Deutschland eine Inflation verhindern will. In der Tat hat Merkels Deutschland sich immer mehr zum Anführer Europas aufgeschwungen, allerdings beruht diese neue Vormachtstellung allein auf Wirtschaftsmacht, und kaum auf internationalen Initiativen oder gar Verträgen. Einen Seitenhieb auf die Politiker, die Deutschland wegen seiner Fixierung auf den Schuldenabbau kritisieren, kann sich der Autor nicht verkneifen: "Dass Frankreich wie andere Staaten auf hohen Schuldenbergen sitzt, weil man immer wieder Gründe fand, warum das Defizit jetzt gerade nicht abgebaut werden sollte, gerät dabei in Vergessenheit." Dazu macht der Artikel auch eine Meinungsverschiedenheit zwischen den französischen "Eliten" und dem Volk aus, das sich in beiden Ländern besorgt um den Schuldenberg und für eine Tilgung ausspricht.

Le Monde zeigt auf, dass auch Deutschland vor der Schuldenkrise nicht gefeit ist. Erstens ist auch Deutschland relativ hoch verschuldet, zweitens fand die letzte Verkaufsaktion von Staatsanleihen nur wenig Abnehmer. Deutschland ist also bald im selben Boot wie die anderen Eurostaaten, vielleicht wird dann der Widerstand zum Gelddrucken abnehmen.

Dem widersträubt sich Jürgen Stark, wie er in einem Interview mit der FAZ deutlich macht. Er sagt klipp und klar: das Grundproblem ist die Staatsverschuldung; alle jetzigen Vorschläge (Eurobonds, Garantie der Schulden durch die EZB) lösen nicht das Grundproblem; im Gegenteil, sie mindern den Druck, dieses endlich anzugehen. Weiteres Argument: vielen Politikern zufolge sollen die Prinzipien der EZB, mit denen "eigentlich" alle einverstanden sind, jetzt in der Krise nicht mehr gelten, nach dem Motto: besondere Situationen erfordern besondere Maßnahmen. Stark sagt aber: die Regeln, die für die EZB aufgestellt wurden, sind eben genau als Richtlinien und Orientierungshilfen für Krisensituationen gedacht, und genau dann sollte an ihnen festgehalten werden.

PVS Static Analyzer for C/C++ on Doom3

Created on 2011-11-26 00:28:43
Last Modified: 2011-12-26 06:51:59

I stumbled upon this article where the PVS static analyzer (the first time I heard of this) is applied to the recently released code of Doom 3. It is interesting to see what kinds of errors can slip through even in (I assume) relatively high quality code. Also, there are only a few errors, while the code base seems to be quite big. As an Ada programmer, I cannot resist the temptation and declare that most (all?) code snippets either have no counter part in Ada or would be refused by the compiler.

Web Rundblick

Created on 2011-11-21 23:58:22
Last Modified: 2011-12-26 07:04:08

Im heutigen Rundblick erfahren wir erst einmal, was Manager den Ingenieuren so voraus haben: nämlich zielorientiert entscheiden, und dabei auch Kompromisse eingehen. Wenn wir dem (natürlich etwas karikierenden) Artikel folgen (hier über reddit gelinkt), dann neigen Ingenieure dazu, die beste, eleganteste Lösung anzustreben, auch wenn sie teurer ist, oder länger dauert. Manager dagegen wollen einfach besser oder billiger als die Konkurrenz sein. Wenn niemand nach einem Feature fragt, wird es auch nicht geliefert; wenn man die Mitarbeiter einfacher zufrieden stellen kann, warum dann ein kompliziertes Setup mit neuen Maschinen? Natürlich gibt es hier nichts wirklich Neues zu lesen, aber die Beispiele sind nett.

Der XKCD Webcomic hat in letzter Zeit an Qualität eher abgenommen, aber das heutige Bild holt alles wieder auf. Ähnlich dem vergangenen Strahlungs-Chart setzt der Autor hier Geldmengen ungemein anschaulich nebeneinander. Angefangen bei mehr oder weniger alltäglichen Geldbeträgen wie Essen und Kleidung (persönlich würde ich Aquariumskosten aber höher als 35 Dollar setzen), geht es über zu den Tausendern, das heisst, Einkommen, Hausbau oder Zigarettenkosten pro Jahr. Es kommen die Millionen, also etwa der Preis eines A380 oder der Marktwert der Bitcoins. Es kommen die Milliarden, also Ölkonzerne, Einkommen von Staaten oder Großprojekte. Die Grafik schließt ab mit Billionen: die einzigen Einträge sind hier Staatsschulden sowie die Größe des Derivatemarkts. Kann man daraus lernen? Unbedingt anschauen, und zwar in der "huge" Fassung (Achtung, Ladezeit).

Die Zeit schreibt über Sarkozy, sogar als Dossier. Ich habe den Artikel noch nicht gelesen, sieht aber gut aus.

Es gibt offenbar seit kurzem eine interessante Seite, den Deutschtiger, der die deutsche Kultur den Franzosen näher bringen möchte. Interessant!

Opening

Created on 2011-11-18 12:00:00
Last Modified: 2011-12-26 06:50:40

It was about time to give this website a new look and some new content. Since the last edition of my site, many things have changed, and it is time for a face lift.

From a technical point of view, I now use HTML5 and CSS3 to render the site. I now edit my site directly in a text editor, instead of generating it automatically from a more high-level description. This makes things simpler, more flexible, there is no compilation step, etc.